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Von-der-Schulenburg-Park


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Die Gestaltung des Schulenburg-Parks erfolgte 1923 nach Plänen des Gartenbaudirektors Ottokar Wagler. Im Zentrum des fünf Hektar umfassenden Parks befindet sich ein langes rechteckiges Wasserbecken, im Volksmund Spiegelbecken genannt, mit Platanenalleen an den beiden Längsseiten und dem Märchenbrunnen am südlichen Ende. Ein Parkweg führt unter schattigen Platanen, vor denen sechs Bänke im Abstand von ca. zehn Metern stehen, um das Spiegelbecken herum. Hinter den Bänken sind die Stämme der Platanen ertastbar. Im Wasser schwimmen Wildenten.


Der denkmalgeschützte Märchenbrunnen - ein Jugendstil-Brunnen mit gotisierenden Formen und dem ursprünglichen Namen „Symbol des Waldesdomes“ oder „Deutscher Wald“ - stammt von dem Bildhauer Ernst Moritz Geyger und geht bereits auf das Jahr 1915 zurück. Er wurde jedoch aufgrund der damaligen politischen Instabilität erst 1935 aufgestellt. 1970 wurde der beschädigte Brunnen renoviert, wobei auf die Wiederherstellung der im Krieg eingeschmolzenen Bronzeputten verzichtet wurde. Die zerstörten Seitenfiguren Geygers, ein Hirsch und eine Hirschkuh mit Kitz, ersetzte die Bildhauerin Katharina Szelinski-Singer durch zwei Kalksteinskulpturen aus den Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ und „Aschenputtel“, beide etwa 1,5 m groß. Nach erneuten Beschädigungen erfolgte 2000/2001 eine umfangreiche Gesamtsanierung. Dabei wurden auch die Bronzeputten wieder hergestellt. Die Künstlerin Anna Bogouchevskaia gestaltete einige Putten mit eigenen Phantasieszenen. Seit September 2001 gießen die 16 Putten, sowohl im inneren, wie im äußeren oberen Kranz des Brunnens angebracht, wieder Wasserstrahlen aus Fischen, Eimern und durch Kronen in hohen Bögen in das Wasserbecken. Zusätzlich erhielt die Brunnenanlage eine moderne Beleuchtung mit Lichtleiterkabeln für individuelle Illuminationen. Unterhalb des Märchenbrunnens breitet sich eine große Liegewiese aus.


2008, fast 40 Jahre später und rund 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer investierte das Bezirksamt Neukölln 200.000 Euro in die Wiederherstellung von Wegen und 250.000 Euro in die Neuanlage des Märchen-Spielplatzes. Hierauf steht eine große Burg, an dessen Tor Soldaten Wache halten. Es gibt den König Drosselbart, einen Zauberer, Hänsel und Gretel und die böse Hexe, Dornröschen, Schneewittchen, die sieben Zwerge und die böse Stiefmutter, die sieben Raben. Auf der Wiese, gegenüber den Bänken, stehen der gestiefelte Kater und Hans im Glück. Auf einem Festakt des Berliner Senats erhielt der Park am 20.Mai 2009 für seine Gestaltung und sorgsame Pflege sowie hervorragend geplante und außergewöhnliche öffentliche Grün- und Parkanlagen den Gustav-Meyer-Preis. Eine dort angebrachte Gedenktafel erinnert daran.


Auch ohne Begleitung selbständig begehbar ist ein Weg, der an Parkbänken mit aus Holz geschnitzten Zwergenfiguren vorbeiführt. Am rechten Wegesrand stehen jeweils in einem Abstand von ca. 30 Metern vier Bänke, zwei davon mit einem Tisch davor. An den vorderen und hinteren Enden der Bänke sind die Zwergenfiguren angebracht. Die Figuren sind farbig bemalt, das Holz ist mehr oder weniger verwittert und rissig. Alle Zwerge sind auf einem Sockel befestigt und schauen in die Richtung, aus der der Besucher mit unserer Wegbeschreibung kommt.


Charakteristische Merkmale von Zwergen sind gut tastbar herausgearbeitet: die typischen roten Zipfelmützen, Knollennasen, Bärte und Pelerinen. Unsere Wegbeschreibung führt sie zur ersten Bank, die Beschreibung des weiteren Weges und der Figuren finden sie hier. Als Abschluss des Ausflugs bietet sich eine Rast am Märchenbrunnen an. Dort kann man sich bequem auf den Brunnenrand setzen und den Wasserspielen zuhören. Von dieser Position aus befindet sich das oben erwähnte Spiegelbecken mit Bänken und Platanen direkt vor ihnen in ca. zehn Metern Entfernung. Die Figuren des Märchenbrunnens sind leider zu hoch angebracht und deshalb nicht ertastbar. Die Wegbeschreibung zum Märchenbrunnen ebenso wie eine kurze Beschreibung der Brunnenfiguren findet sich am Ende des Weges zu den Zwergen.