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Herausforderung an der Kletterwand


Text: Audiodatei zum Download (mp3 - 5268 kB)


Ich war sehr gespannt aufs Klettern und fragte mich wie es wohl funktionieren würde, da ich das vorher noch nie ausprobiert hatte. In der Kletterhalle musste ich dann später feststellen, dass meine Vorstellung von solch einer Kletterwand von der Wirklichkeit sehr weit abwich. Ich hatte angenommen, es würden dort Sprossenwände wie in den Schulsporthallen an den Wänden angebracht sein. Weit gefehlt.


Ich machte mich also an einem Montag vormittag auf den Weg nach Neukölln um zur Kletterhalle zu gehen. Am Eingangstor wurde ich vom Trainer und Kletterhallenbesitzer Udo Batz freundlich empfangen und zur Kletterhalle geführt. Er gab mir passende Kletterschuhe und brachte mich dann zu den Kletterwänden. Es gibt beim Klettern verschiedene Schwierigkeitsgrade: Von 3 bis 11 . Wir beide gingen dann geradewegs auf Schwierigkeitsgrad 3 zu. Er erklärte mir, wie ich abgesichert werde. Mir wurde ein Sitzgurt angelegt und das Sicherheitsseil mit einem Achterknoten, bekannt aus der Seefahrt, daran befestigt. Um mir noch ein besseres Gefühl zu vermitteln, hat er mich diesen Knoten ganz in Ruhe mit meinen Fingern betrachten lassen. Weiter erklärte er mir, dass dieses Sicherheitsseil am oberen Ende der Kletterwand durch einen speziellen Haken geführt wird, wobei das eine Ende am Sitzgurt des Kletterers und das andere Ende am Sitzgurt des Trainers befestigt ist. Anschließend zeigte er mir dann verschiedenartige Halterungen an der Kletterwand für Hände und Füße. Ich habe mich dann gleich auf die erste Ebene begeben. Alsbald merkte ich, dass meine Höhenangst doch stärker war, als ich vorher geglaubt hatte. Udo musste mich dann fürs Erste wieder herunterlassen. Mit jedem neuen Versuch bekam ich aber mehr Sicherheit. Da fing es dann an, Spaß zu machen, und ich habe etliche Male das obere Ende der Wand bei immer steigendem Schwierigkeitsgrad erreicht. Ich kam ganz schön ins Schwitzen, weil ich ziemlich viel Kraft in den Beinen und auch Armen aufbringen musste, um vorwärts zu kommen. So anstrengend hatte ich es mir ganz und gar nicht vorgestellt. Ich spürte die Anstrengung ganz schön in meinem Körper. Jedoch war ich so beflügelt von der Energie und dem Ehrgeiz, die sich in mir zu mobilisieren schienen, dass ich immer höher kletterte.


Udo ist ein ausgeglichener, ruhiger und sehr bedachter Trainer. Durch seine verbindliche Art fühlte ich mich schnell wohl und erlangte dadurch sehr bald Vertrauen beim Klettern. Seine Anweisungen sind kurz und präzise und er feuert einen dadurch an, Kletterebene um Kletterebene höher zu kommen.


Das Klettern lohnt sich auf jeden Fall. Eine Stunde reicht erst einmal für einen Anfänger. Ich habe Glück gehabt, dass ich allein war. Das gab mir ein sicheres Gefühl, weil sich der Trainer so voll und ganz auf mich konzentrieren konnte. Die Halle ist sehr groß. Ich war zur Mittagszeit dort und es war nicht voll. Es schallte nichts und somit waren auch keine Stimmen neben mir zu hören.
Ich konnte dem Trainer gut folgen. Alles in allem: Es war sehr angenehm dort und ich bin total begeistert fort gegangen und würde es jeder Zeit wieder probieren.


Vielen Dank an Udo für das so beflügelnde Klettererlebnis!


Silja Korn