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Die Parfümerie Lehmann


„Glück ist ein Parfüm, das du nicht auf andere sprühen kannst, ohne dabei selbst ein paar Tropfen abzubekommen“ (Ralph Waldo Emerson 1769- 1811)


Das Herz schlägt ein wenig schneller, wenn man die Parfümerie betritt. Die Parfümerie Harry Lehmann. Denn in diesem kleinen und feinen Geschäft gilt auch vice versa: Parfüm ist ein Glück. Und was für eins! Hier mischen sich nostalgische Düfte wie Maiglöckchen, Moschus und Veilchen mit seltener Nelke und Ambra, dazu kommen würzige, spritzige, samtige und holzige Wasser. Wer möchte, kann einen Duft-Kurztrip nach St. Tropez oder eine Reise nach Bahia unternehmen, oder mit Eau de Berlin in der Hauptstadt bleiben.
Dabei ist Lutz Lehmann, Besitzer in dritter Generation, gern behilflich.


Große und kleine Apothekerflaschen stehen aufgereiht auf einer Theke aus den fünfziger Jahren. Herr Lehmann benutzt nach wie vor Naturgrundstoffe wie etwa Ambra, Rosen- oder Orangenessenzen, die er überwiegend aus Norditalien und Südfrankreich bezieht. Der Tradition verbunden bleibend, wird hier kein Parfüm aus rein künstlichen Stoffen hergestellt.


Im Gründungsjahr 1926 erfand Harry Lehmann die Idee des Parfüms nach Gewicht zu verkaufen. Die Kundschaft brachte eigene Flakons mit und ließ sie neu füllen. Heute werden Fläschchen und Zerstäuber von 12ml bis 50ml angeboten. Auf Wunsch auch wertvolle Flakons. Wer mag, kann sich eine eigene Mischung kreieren, diese Komposition kann auf einer Karteikarte festgehalten werden und ist somit jederzeit nachbeziehbar.


Die Parfümpreise variieren zwischen 3,50 und 5,00 Euro pro 10ml. Eigenkreationen kosten pauschal 5,00 Euro pro 10ml, unabhängig von der Sortenkombination. Fläschchen und Zerstäuber kosten zwischen 1,00 und 3,00 Euro, elegante Flakons sind selbstverständlich teurer.


Neben der Vielzahl an Düften gibt es künstliche Blumen und Dekorationen wie Vasen und Schalen zu kaufen. Die Ladenfläche ist zweigeteilt, zum einen in den Duft-, zum anderen in den Blumenbereich. Der Blick durch das Schaufenster und das Betreten des relativ kleinen Geschäfts (gefühlte 20qm) versetzen den Besucher zurück in die 1950er Jahre. Hier in der Kantstraße wurde das Geschäft 1958 eröffnet. Sowohl die Fensterdekoration als auch die Präsentation der Produkte sind aus dieser Zeit und verbreiten einen altmodischen Charme.
In Gedanken steht Humphrey Bogart neben mir, selbstverständlich nach Fougère Eau de Cologne riechend.


Blinden und Sehbehinderten wird in der Parfümerie ein guter Service geboten. Dank der übersichtlichen Größe ist eine Beratung von Herrn Lehmann oder einem seiner Angestellten garantiert. Es wird generell Wert darauf gelegt, auf die Wünsche der Kunden einzugehen.