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Ritter-Sport-Haus „Bunte Schokowelt“


Achtung! Jetzt wird es verführerisch. Denn der nachfolgende Tipp verführt zum Naschen. Aber ab und zu sollte man sich das Leben auch im wahrsten Sinne des Wortes versüßen – möglichst in Maßen. Hier geht es nämlich um Schokolade, und zwar um die allseits beliebten quadratischen Tafeln von Ritter Sport.


Seit Anfang 2010 betreibt das traditionsreiche schwäbische Familienunternehmen in Berlin direkt neben dem Nobelkaufhaus Lafayette sein weltweit erstes Ritter-Sport-Haus. In diesem Haus dreht sich auf drei Etagen alles rund um die Schokolade – von der Herstellung bis hin zu ihrem genüsslichen Verzehr. Man erfährt, wie aus den getrockneten und später gerösteten Kakaobohnen unter Hinzugabe von Kakaobutter, Zucker und Milch sowie solch verfeinernden Zutaten wie Nüssen, Mandeln, Joghurt oder verschiedenen Früchten leckere Schokolade entsteht. Denn erst der Veredlungsprozess bringt den guten Geschmack. Und zudem riecht es auch noch gut. „Wir wollen mit unserer Erlebniswelt alle Sinne ansprechen“, hebt deshalb der Leiter des Hauses André Behnisch hervor. So gehört es auch zum Service des freundlichen Personals, dass man blinden und sehbehinderten Menschen behilflich ist, in die bunte Schokowelt einzutauchen. Und als besonderes Angebot wird unserer Zielgruppe ermöglicht, in der Schokowerkstatt im Untergeschoss an einem 70minütigen Workshop teilzunehmen, der ansonsten nur Kindern und Schulklassen vorbehalten ist. Hierfür muss man sich aber als Gruppe mindestens einen Monat vorher anmelden. Jeder Teilnehmer bezahlt acht Euro und produziert während des Kurses zwei Tafeln. Die Anleitungen dazu und weitere interessante Erläuterungen zum Thema Schokolade geben zwei Pädagogen. Weil man ja ein Lebensmittel herstellt, bekommt man aus Hygienegründen einen Schutzmantel. Spannend auch, dass man hier echte Kakaobohnen ertasten kann und reines Kakaopulver zum Probieren auf die Hand gestreut wird.


Ein weiteres Schmeckerchen in diesem modernen Haus bietet die so genannte Schokokreation unmittelbar hinter dem Eingangsbereich. Wer nämlich aus den über 25 Sorten Ritter-Sport-Schokolade immer noch nicht seine Lieblingsschokolade gefunden hat, kann sich diese vom Chocolatier ganz nach eigenem Wunsch entweder in Vollmilch oder in Halbbitter mit selbst ausgewählten Zutaten zusammenstellen lassen. Aber mehr als vier Ingredienzien sollten es auf Anraten dieses Schokoexperten nicht sein, sonst würde es nicht so recht schmecken. Der Preis für eine eigene kreierte 100-Gramm-Tafel liegt bei 3,50 Euro. Nach 30 Minuten kann man sich seinen individuellen Tafeltraum abholen. Hier eine Auswahl der 26 Zutaten, die für eine eigene Komposition zur Verfügung stehen: Mandeln, Haselnuss, Knuspermüsli, Knusperreis, Joghurtcrisp, Bananencrisp, Erdbeerstückchen, Orangennuggets, Minismarties, rosa Pfeffer, Anis und sogar Gummibärchen.


Im Schokoshop im Erdgeschoss des Ritter-Sport-Hauses kann man alle Sorten der üblichen 100-Gramm-Tafeln zu 79 Cent pro Stück kaufen. Aber so manches gibt es nur hier und ist somit eine nette Geschenkidee. Ein Verkaufsschlager sind die Zwei-Kilogramm-Aktionstaschen für 13 Euro. Die Riesenschokoladentafel in der beliebtesten Sorte Voll-Nuss wiegt 500 Gramm und kostet 12 Euro. Die ebenfalls nur hier verkaufte Ritter-Sport-Nusscreme wird im 600-Gramm-Becher für 3,99 Euro angeboten. Attraktiv gestaltete Pappkuverts, gefüllt mit neun verschiedenen 100-Gramm-Tafeln, bekommt man für 12 Euro.


Um den Schokogenuss abzurunden, kann man im Haus der Bunten Schokowelt auch Schokolade trinken. Eine Weltpremiere stellt die Tafel Ritter Sport Marzipan in flüssiger Form dar. Aber auch leckere Schokosnacks und weitere Schokodrinks kann man hier genießen. Wer nach soviel Schokolade aber wieder etwas Herzhaftes zu sich nehmen möchte, kann in der ersten Etage einen Salat, ein belegtes Brötchen oder etwas anderes je nach Angebot verspeisen – ganz ohne Schokolade.


Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass das Unternehmen Ritter Sport alle seine Schokoladen in Waldenbuch bei Stuttgart produziert. Über 90 Länder werden von hier aus beliefert. Jeden zweiten Tag bringt ein Lkw auch Nachschub für das Berliner Ritter-Sport-Haus.


1912 gründete Alfred Ritter sein Schokoladenwerk. Die zündende Idee, statt der rechteckigen nunmehr quadratische Tafeln zu produzieren, hatte seine Frau Clara 1932. Sie dachte dabei an die Sportfans, die die Tafeln gern mit auf den Fußballplatz nahmen und nun bequemer in ihre Jackentaschen stecken konnten. Der Verkaufserfolg gab ihr Recht. Heute werden etwa 2,5 Millionen Tafeln am Tag hergestellt. Schokoladenmeister überprüfen ständig die Qualität.


Um die Höhe des 368 Meter hohen Berliner Fernsehturms zu erreichen, müsste man 30.666 Tafeln stapeln. Nach nur 17 Minuten Produktionszeit liegt diese benötigte Menge vor. Wenn man das Brandenburger Tor nachbauen wollte, bräuchte man sage und schreibe 192.718.333 Ritter-Sport-Quadrate. Ansehen und vor allem auch Anhören kann man sich diese und noch mehr spannende Geschichten rund um die Schokolade im Kinoraum im Obergeschoss. Um diesen Raum aufzusuchen, sollten sich blinde Menschen von einer Begleitperson führen lassen.