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Hinter der Weltstadt - Die Bölschestrasse in Friedrichshagen


Die Bölschestrasse erstreckt sich über 1,3 km vom S-Bahnhof Friedrichshagen bis zur Brauerei Bürgerbräu am Ufer der Müggelspree. Ihren Namen verdankt sie seit 1947 der Zentralfigur des Friedrichshagener Dichterkreises Wilhelm Bölsche. Mit seinem Buch „Das Liebesleben in der Natur“, das 1898 erschien, gilt Bölsche als der Schöpfer des modernen Sachbuches.


Im Jahre 1753 wurde die Straße auf Geheiß Friedrich des Zweiten für eine Spinnereikolonie angelegt und vierreihig mit Maulbeerbäumen bepflanzt, um eine Seidenraupenzucht aufzubauen, die naturgemäß nicht zustande kam. Bis 1871 hieß sie Dorfstrasse, danach Friedrichstrasse.


Die Bölschestraße ist die Haupt- und Einkaufsstraße Friedrichshagens und ist durch architektonische Vielfalt geprägt. Kleine Häuser mit Dorfcharakter stehen zwischen repräsentativen Gründerzeit- und Jugendstilbauten, die vom wirtschaftlichen Aufschwung Friedrichshagens im 19. Jahrhundert zeugen. Seit 1891 wird die Bölschestrasse auf gesamter Länge von der Straßenbahn befahren.
Etwa 80 kleine Geschäfte und Restaurants mit einladenden Höfen, 100 Jahre alte Linden und drei verbliebene Maulbeerbäume sowie die Nähe zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner – dem Müggelsee - verleihen dem 34 Meter breiten Boulevard ein unverwechselbares Flair.