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Alt-Köpenick - Ein kleiner Rundgang


Um einen großen Eindruck des kleinen Rundgangs durch die Köpenicker Altstadt, der Sie im Folgenden erwartet, zu hinterlassen, geben wir Ihnen ein wenig Hintergrundwissen zu diesem Berliner Stadtbezirk:Um das Jahr 700 wurde das Gebiet von Slawen besiedelt. Die erstmalige urkundliche Erwähnung gab es 1209. 1232 wurde Köpenick das Stadtrecht verliehen und seit 1920 gehört es als 16. Verwaltungsbezirk zu Berlin.


Im Rahmen der Verwaltungsreform im Jahr 2001 fusionierte der Stadtbezirk mit Treptow. Der Bezirk Treptow-Köpenick hat im Berliner Maßstab die niedrigste Bevölkerungsdichte, die größte Wasser- und Waldfläche und ist der flächenmäßig größte Bezirk. Köpenick allein verfügt über 6500 Hektar Wald, 2200 Hektar Wasser, 320 km Wanderwege und 65 km Wasserstraße. 75 Prozent der Fläche bestehen aus Wald, Wiesen, Wasser, Natur- und Landschaftsschutzgebieten.


Das Köpenicker Wappen existiert seit dem 13.Jahrhundert. Es zeigt einen hochstehenden goldenen Schlüssel zwischen zwei silberfarbenen Hechten auf blauem Grund; um den Schlüssel sind 7 Sterne gruppiert. Die Hechte symbolisieren den einst wichtigsten Erwerbszweig: die Fischerei, die 7 Sterne stehen für die Plejaden oder auch Siebengestirn genannt; sie sind das Schutzgestirn der Fischer. Der blaue Hintergrund bedeutet Wasserreichtum und der Schlüssel bezieht sich wahrscheinlich auf den Heiligen Petrus – Schutzpatron der Fischer - und auf das Stadtrecht.


Neben dem allseits bekannten Hauptmann von Köpenick ist Henriette Lustig – genannt Mutter Lustig - wohl die populärste Figur der Köpenicker Lokalgeschichte. Sie gründete 1835 die erste Lohnwäscherei im Großraum Berlin und löste damit einen wahren Boom aus; um 1915 gab es in Köpenick etwa 400 Wäschereien, weshalb der Bezirk als Waschküche Berlins galt.
Zu guter Letzt seien hier ein paar Absurditäten, die sieben „Köpenicker Weltwunder“, genannt:


- Es gab einen Bürgermeister mit dem viel sagenden Namen Borgmann.
- Das Gefängnis befand sich in der Straße „Freiheit“.
- Das Ortskrankenhaus befand sich direkt neben dem Friedhof.
- Es praktizierte der Arzt Dr. Todt.
- Fräulein Flemming gründete in Köpenick einen christlichen Jungmännerverein.
- 1882 nahm der Lehrer Maximilian Dummer seinen Schuldienst auf.
- Um in den Ratskeller zu gelangen, musste man in das Obergeschoss des Rathauses steigen.


Unser Rundgang führt Sie unter anderem am Rathaus vorbei, das in märkischer Backsteingotik von 1901 bis 1904 erbaut wurde, am Schloß Köpenick – einem dreigeschossigen Barockbau aus dem 17. Jahrhundert, vorbei, das kürzlich aufwendig restauriert wurde, zum Luisenhain mit einem taktil erfassbaren Altstadtmodell und zum Kietz, einem slawischen Fischerdorf, das erstmals 1355 urkundlich erwähnt wurde.