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Entenbrunnen Audiodeskription


Durch die im schrägen Winkel von der Hardenbergstraße abgehende Knesebeckstraße entsteht vor dem Renaissancetheater ein großer spitzwinkliger Fußgängerbereich. Bereits seit 1911, der Zeit Kaiser Wilhelms, steht hier der Entenbrunnen, entworfen und erstellt vom Graphiker und Bildhauer August Gaul. In der warmen Jahreszeit kann man von morgens zehn Uhr bis abends zwanzig Uhr hören, wie das Wasser von der stilisierten Blüte in der Mitte des Brunnens ins Wasserbecken tröpfelt.


Sehr bald nach seiner Aufstellung erfreute sich der Brunnen großer Beliebtheit bei den Berlinern und wurde von nun an Streichelbrunnen genannt. Diese Bezeichnung lässt aufhorchen und macht neugierig auf das, was der Besucher hier vorfindet. Das rechteckige Brunnenbecken mit abgerundeten Kanten ist zwei Meter lang und 1,60 Meter breit. Es steht auf einem zweifach gestuften Sockel. Das Wasser reicht bis zum Rand des Beckens und wird durch den Wind auch schon mal über den Beckenrand hinaus gepustet. Mittig aus dem Wasser ragt eine, über einen Meter dreißig hohe, stilisierte Blüte aus einem dicken Stumpf, empor. Aus der Mitte der Blüte fließt frisches Wasser heraus, läuft über die sich herunterneigenden Blütenblätter in Form eines Pilzkopfes herab und fällt in einem feinen Tropfenvorhang ins Wasserbecken.


Das Brunnenmaterial ist Muschelkalk. Muschelkalk ist ein Gesteinsbegriff für die vor 250 bis 200 Millionen Jahren, im Trias, entstandenen Kalksteine aus Muschelschalen und ähnlichen Einlagerungen. Dieser hat eine raue poröse Oberfläche, man findet sogar kleine Löcher wenn man mit der Hand darüber fährt. Durch Einschlüsse von, zum Beispiel, Erzen gibt es hellbraune Schlieren über der sonst hellgrauen Farbe. Wo sind denn nun die Enten? Wenn man auf die untere flache, aber breite Sockelstufe steigt, hat man die sechs Enten in zwei Dreiergruppen an den beiden Schmalseiten des Beckenrandes direkt vor sich in angenehmer Tasthöhe. Der Künstler arbeitete nach seinen Naturbeobachtungen, das macht sie außergewöhnlich naturnah und lebendig. Anthrazit und grün schimmert die glatte Oberfläche der in Bronze gegossenen lebensgroßen Tiere. Keine Ente ist wie die andere, jede sitzt oder steht in einer anderen Position, jede erzählt eine andere Geschichte, so bildet das Ensemble eine lebendige Szene.


In der Gruppe die dem Verlauf der Hardenbergstraße zugewandt ist, steht die, vom Betrachter aus linke Ente, mit dem Rücken zum Betrachter und putzt sich ihr Halsgefieder. Die mittlere Ente sitzt längs auf dem Brunnenrand und sieht den Besucher an. Die rechte Ente steht, mit einem Füßchen eingezogen, und schaut ins Wasser. Auch in der Dreiergruppe gegenüber sitzt die mittlere Ente. Sie hat den Schnabel in ihren Rückenfedern versteckt und schläft. Die, vom Betrachter aus linke Ente, steht mit gerecktem Hals und schaut zum Brunnen. Die Ente auf der rechten Seite steht dem Betrachter zugewandt. Wer nun die Enten besser kennen lernen möchte, dem sei erlaubt, sie zu streicheln und so dem Namen Streichelbrunnen gerecht zu werden. Denn, trotz ihrer lebendigen Gestalt, sie beißen nicht. Man kann das Federkleid auf ihrem Rücken erfühlen bis hin zu einzelnen Federn, die Spitzen der Flügel, die Rundungen der Köpfe mit den Konturen der kräftigen Schnäbel und der Augen. Wie stolz und lebensfroh sie ihre Brust recken. Auch die Füße, mit drei Zehen und Schwimmhäuten dazwischen sind bei den stehenden Enten zu erkunden. In Natura orange gefärbt durch Betacarotin und Vitamin A sind diese für die Entenweibchen bei den Erpeln besonders interessant. Je intensiver das Orange, desto gesünder und attraktiver ist das Männchen. Wer sich also für die tierischen Mitbewohner auf unserem schönen Planeten interessiert, dem sei dieser Entenbrunnen ans Herz gelegt. Viel Spaß dabei.


Wegbeschreibung vom Zentralpunkt/Sternverteiler T-Kreuzung Hardenbergstraße/Knesebeckstraße zum Entenbrunnen.


Einige Meter weiter ist der Entenbrunnen.