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Vom Acker zur Amüsiermeile: Die Geschichte der Friedrichstraße


Die Friedrichstraße ist die Nord-Süd-Achse Berlins und verläuft schnurgerade durch Berlin-Mitte und Berlin-Kreuzberg. Sie ist 3,5 km lang und eine der wichtigsten Hauptstraßen der Stadt. Heute können Sie hier flanieren und shoppen gehen. Die Friedrichstraße ist nach Kurfürst Friedrich III. benannt, der von 1688 bis 1713 hier als König von Preußen regiert hat. Zu seiner Zeit gab es rund um die Straße nur Felder, Wiesen und Äcker bis die kurfürstlichen Grundstücke verkauft wurden und der Bau der Vorstadt Berlins mit regelmäßigen Straßen begann. Bis zum Zweiten Weltkrieg stehen hier Vergnügungspaläste, Theater und das berühmte Varieté Wintergarten. Die Friedrichstraße ist damals die berühmt berüchtigte Amüsiermeile Berlins. Nach der Teilung Berlins durchschnitt die Berliner Mauer auch die Friedrichstraße. Noch heute befindet sich an dieser Stelle, der ehemalige Kontrollpunkt Checkpoint Charlie, ein stets überlaufener Besuchermagnet. Ein zweiter Grenzübergang ist zu Zeiten der DDR der Bahnhof Friedrichstraße, auch Tränenpalast genannt. Tränenpalast deshalb, weil die meisten DDR-Bürger keine Reisefreiheit nach West-Berlin hatten und ihre westlichen Besucher hier unter Tränen verabschieden mussten. Zudem befindet sich in der Umgebung die Weidendammer Brücke, die im Berliner Ortsteil Mitte, die Friedrichstraße über die Spree führt.



Denkmal für Kindertransport


Unter dem Titel „Züge in das Leben - Züge in den Tod: 1938 bis 1939“ wurde am 30. November 2008 von dem Bildhauer Frank Meisler, selbst ein Kind dieser Rettungsaktion, vor dem Bahnhof Friedrichstraße auf dem Dorothea-Schlegel-Platz ein Denkmal für die in den Jahren 1938 und 1939 geretteten 10.000 jüdischen Kinder aufgestellt. Das Denkmal stellt zwei farblich unterschiedliche Kindergruppen, zerbrochene Koffer und ein Gleis dar, welches die Abfahrten der Kinder in das Leben sowie in den Tod symbolisiert. Zwei der Kinderskulpturen erinnern nicht nur an jene Kinder, die mit den Kindertransporten oder Kinderzügen überleben konnten, sondern an alle Kinder, die in Verstecken dem Terror der Nationalsozialisten entgehen konnten.



Shopping und Theater in der Friedrichstraße


Durch Bauprojekte nach der Wiedervereinigung ist die Friedrichstraße zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Checkpoint Charlie zur beliebten Shoppingmeile geworden. Heute stehen hier zahlreiche neue Gebäude wie die Friedrichstadtpassagen mit Boutiquen, Büros und Restaurants im neuen Design. Die einstige Amüsiermeile finden Sie heute noch nördlich des Bahnhofs Friedrichstraße, und sie hat an Vielfalt eher zugelegt: Der Friedrichstadt-Palast und der Admiralspalast zeigen Varietés, spektakuläre Shows und andere Bühnenprogramme. Außerdem öffnen das derzeit größte Ensemble Kabarett Deutschlands, die Distel und der fernsehbekannte Quatsch Comedy Club ihre Türen für die Besucher. Zwei der wichtigen Sprechbühnen Berlins sind in unmittelbarer Nähe: das Deutsche Theater und das Berliner Ensemble – die einstige Bühne von Bertolt Brecht. Kurzum: die Friedrichstraße ist Tangente, elegante Shoppingwelt und Theater- East-End in einem.