Inhalt

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Station Hügel mit Ulme


Audiodatei zum Download (mp3 - 1590 kB)

 

Der Hügel mit der Ulme liegt rechts von dieser Position direkt am Seeufer. Es gibt keinen Weg, der den Hügel hinaufführt. „Vielleicht wird diese Ulme einmal eine neue Britzer Spukrüster“, hieß es auf einer Hinweistafel, die leider verschwunden ist. Rüster, so nannte man früher die Ulmen. Es gab davon in Britz einige wenige 300 bis 400 Jahre alte Exemplare, die als so genannte Spuk-Rüster anscheinend mit Spuk und Magie in Verbindung gebracht wurden und sicher deshalb „weithin bekannt waren“, wie es heißt. In den 60er Jahren wurden diese Britzer „Wahrzeichen“ von einem großen Ulmen-Sterben dahingerafft.

 

Als gedachte Nachfahrin jener Ulmen und Fortsetzerin einer Tradition magischer Orte hat die junge Spuk-Rüster schon früh eine äußerst exponierte Stellung erlangt. Sie ist einer der wenigen Bäume, die hier schon standen, als man das Gelände zu einem Park umgestaltete. Der Hügel allerdings, den die Ulme krönt, besteht nur deshalb, weil das Erdreich um ihn herum bei der Gestaltung der Seenlandschaft abgetragen wurde. Hätte man vor Jahrzehnten im flachen Gelände bei der blutjungen Ulme gestanden, hätte man schon träumen müssen, um eine Seenlandschaft mit ausgedehnten Schilf-Ufern vor sich zu sehen und darüber einen Graureiher, der von drei Krähen verfolgt wird.

 

Wo künstlerisches Schaffen und natürliches Wachstum eine so gelungene Symbiose eingegangen sind wie in dieser Parklandschaft, ist eben vieles möglich. Vielleicht wird ja die junge Ulme tatsächlich eines Tages „eine neue Spuk-Rüster“ im magischen Sinn und der Britzer Garten ein Ort, der „weithin bekannt“ ist und Wanderer aus allen Himmelsrichtungen anzieht.