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Ich freue mich, Ihnen „Erlebnis Berlin - ein akustischer Stadtführer für Blinde und Sehbehinderte“ vorstellen zu dürfen.

 

Produziert wurde dieser Stadtführer von FÖRDERBAND e.V. - Kulturinitiative Berlin unter der Schirmherrschaft von Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse mit Förderung der Deutschen Behindertenhilfe Aktion Mensch e.V.

 

Mein Name ist Albert Frank. Ich hatte die Idee zu diesem speziellen Stadtführer und bin der künstlerische Leiter. Die Arbeit an diesem Pilotprojekt hat zwei Jahre gedauert.

Was haben wir in diesen zwei Jahren gemacht? Eine Daisy-CD-ROM mit einer Spielzeit von 14 Stunden 1 Minute und 36 Sekunden. Auf dieser CD sind 341 Tracks. Die Texte dazu wurden von uns recherchiert, geschrieben und lektoriert. Dann ging es ins Tonstudio. Dort wurden die Texte von professionellen Sprechern eingelesen. Dieses Material wurde vom Tontechniker geschnitten, abgemischt, gemastert und in MP3-Dateien umgewandelt. Die Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e.V. hat diese Dateien daisyfiziert und zum Pressen vorbereitet. Zeitgleich arbeiteten Grafiker an taktilen Karten und der dazugehörigen Legende. Piktogramme wurden erstellt, ein Logo entworfen, Kostenvoranschläge geprüft, Braille- und Großdrucktexte in Auftrag gegeben und vieles mehr.

 

Am 18. September 2008 hatten wir im Haus der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm unsere viel beachtete Präsentation. Inzwischen hat unser Produkt, die Daisy-CD-Rom mit taktilen Karten und Broschüren in Braille und Großdruck in Berlin, im Bundesgebiet und darüber hinaus im deutschsprachigen Ausland ihre Abnehmer gefunden, ebenso wie in den Hörbüchereien. Und sie ist hörbar, auf dieser Website.

 

Es war uns von Anfang an wichtig, einen unterhaltsamen Stadtführer zu produzieren. Einen Stadtführer, den man sich auch gemütlich zu Hause anhören kann. Aber wir hatten auch das ehrgeizige Ziel, einen Stadtführer zu produzieren, der Berlin in einer ganz neuen Perspektive zeigt. Wie gestaltet man einen Stadtführer für Blinde und Sehbehinderte, wenn es keine Vorbilder gibt, die man zu Rate ziehen könnte? Meine Herangehensweise war: Mitdenken nicht Mitfühlen! Ich muss gestehen, ich bin nie mit verbundenen Augen über die Straße gestolpert. Ich weiß auch ohne diesen Selbstversuch, dass das mühsam und gefährlich ist. Ist es nicht sinnvoller, meine gesunden Augen dafür einzusetzen, unserem blinden und sehbehinderten Publikum den Weg vielleicht etwas sicherer zu machen? Für uns war es immer wichtig, unserem Publikum ein sinnliches Erlebnis von Berlin präsentieren zu können. Ein Beispiel: Was hat ein Blinder davon, wenn er vor dem Brandenburger Tor steht? Nix! Er hört Verkehr. Er riecht die Abgase der Autos und wenn er das Tor anfasst, fühlt er Sandstein. Wie viel reizvoller ist es, das Brandenburger Tor im Maßstab 1:25 im Modellpark Berlin-Brandenburg unter die Finger zu bekommen. Und genau so die Quadriga zu sehen, die Siegessäule, den Reichstag, die Gedächtniskirche und vieles mehr.

 

Unsere Arbeit bestand darin, zu Institutionen und Kultureinrichtungen wie dem Modellpark Kontakt aufzunehmen und gemeinsam mit den Verantwortlichen Möglichkeiten zu finden, die unterschiedlichsten Angebote für Blinde und Sehbehinderte zu erschließen. Die Bereitschaft, unsere Arbeit zu unterstützen, war ohne Ausnahme sehr groß. Wir mussten eigentlich nur das Konzept beitragen. Und dieses Konzept wurde eigentlich von Blinden und Sehbehinderten entworfen. Ohne ihren Rat wäre unsere Arbeit nicht möglich gewesen. Was unseren Stadtführer besonders auszeichnet, sind die Wegbeschreibungen, die es Blinden und Sehbehinderten ermöglichen sollen, diese Angebote ohne Begleitung nutzen zu können.

 

Unsere Website ‚www.berlinfuerblinde.de’ gibt uns nun die Möglichkeit unser Angebot ständig auszubauen und zu aktualisieren. Sie finden auf dieser Website nicht nur den Inhalt der Daisy-CD-Rom „Erlebnis Berlin“, sondern auch neue Angebote und Serviceeinträge. Sie können alles kostenfrei herunterladen und sich so Ihren eigenen Stadtführer zusammenstellen. Für Anregungen, Kritik, aber auch Lob sind wir Ihnen sehr dankbar.

 

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Ihr Albert Frank